Verschiedene Faktoren des BSV



Ein relativ kleiner Teil aller Bausparer nutzt den Bausparvertrag ausschließlich zum Ansparen, was aber durchaus eine sinnvolle Alternative sein kann. Bei den meisten Verbrauchern ist es jedoch so, dass diese nach der erfolgten Ansparphase später auch das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen möchten. Diese Inanspruchnahme ist allerdings an eine wichtige Voraussetzung gebunden, nämlich an die Zuteilungsreife des Bausparvertrages. Mit Zuteilung ist in diesem Zusammenhang gemeint, dass der Bausparer einige Bedingungen erfüllen muss, damit das Bauspardarlehen überhaupt ausgezahlt werden kann. Zu den Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um die Zuteilungsreife zu erreichen, gehören vor allen Dingen:

- Absolvieren der Mindestspardauer
- Erreichen des Mindestguthabens
- wohnwirtschaftlicher Zweck wird nachgewiesen

Das Absolvieren der Mindestspardauer ist bei sämtlichen Bausparertarifen (bis auf wenige Ausnahmen) vorgeschrieben und bewegt sich in aller Regel je nach Bausparkasse zwischen 18 und 24 Monaten. Der Bausparer muss also mindestens über diesen Zeitraum hinweg zunächst Einzahlungen in den Bausparvertrag vornehmen, denn dies beinhaltet das Gemeinschaftsprinzip des Bausparens. Eine weitere Voraussetzung für die Zuteilung besteht darin, dass ein Mindestguthaben erreicht wurde. Dieses bewegt sich je nach Tarif zwischen 40 und 50 Prozent. Wer also beispielsweise einer Bausparsumme über 80.000 Euro abschließt, der muss mindestens 36.000 bzw. 40.000 Euro ansparen, um die Differenz als Bauspardarlehen zu erhalten.

Bewertungszahl des Bausparvertrages



Die Zuteilungsreife ist beim Bausparvertrag dann erreicht, wenn eine sogenannte Bewertungszahl ausreichend hoch ist. Es handelt sich dabei um eine Zahl, die in regelmäßigen Abständen von den Bausparkassen neu berechnet wird. Nur unter der Voraussetzung, dass diese Bewertungszahl erreicht wird, kann später die Auszahlung des Bauspardarlehens erfolgen. Die Bewertungszahl setzt sich im Wesentlichen aus den zuvor genannten Komponenten zusammen, denn nach einem bestimmten Punktesystem fließen Bausparguthaben, Spardauer und einige weitere Faktoren in diese Zahl ein. Im Prinzip ermittelt die Bausparkasse jährlich, wie hoch die Bewertungszahl sein muss, damit der Bausparvertrag als zuteilungsreif gilt. Ab dem Erreichen der Bewertungszahl hat der Bausparer dann allerdings einen Anspruch darauf, dass der Bausparkredit innerhalb einer bestimmten Frist zur Auszahlung kommt. Der Zeitraum bewegt sich normalerweise zwischen drei bis sechs Monaten nach Beantragung des Bauspardarlehens.

Die Abschussgebühren beim Bausparen



Ein nicht ganz so positiver Aspekt beim Bausparen ist die Abschlussgebühr, die nach Vertragsabschluss vom Bausparer zu zahlen ist. Es handelt sich allerdings nicht um eine Gebühr, die der Kunde in bar auf den Tisch legen muss, sondern die Abschlussprovision wird im Laufe der nächsten Monate und Jahre mit den getätigten Beiträgen verrechnet. Je nachdem, bei welcher Bausparkasse der Vertrag abgeschlossen wurde, bewegt sich die Höhe der Abschlussprovision meistens zwischen 1,0 und 1,5 Prozent, wobei die Bausparsumme als Basis gilt. Wer also beispielsweise einen Bausparvertrag über eine Summe von 60.000 Euro abschließt, der zahlt in der Regel eine Abschlussgebühr von insgesamt 600 bzw. 900 Euro. Wichtig zu erwähnen ist in dem Zusammenhang, dass die gezahlte Abschlussgebühr unter bestimmten Voraussetzungen zurückgezahlt wird. Allerdings ist diese Rückzahlung vom gewählten Tarif abhängig, sodass es nicht grundsätzlich so ist, dass die Abschlussgebühr unter der genannten Voraussetzung auf jeden Fall erstattet wird. Für Bausparer, die den Bausparvertrag als einen Sparvertrag nutzen, ist es natürlich wichtig zu wissen, dass die Abschlussgebühr die Gesamtrendite verringert. Daher sollten diese Kosten auf jeden Fall in die Kalkulation mit einbezogen werden, falls der Bausparvertrag bezüglich der Rendite beispielsweise mit anderen Produkten verglichen wird.