Immobilienfinanzierung mit dem BSV



Die meisten Verbraucher interessiert beim Bausparvertrag zwar einerseits das Ansparen, welches auf sichere Art und Weise erfolgen kann. Zum anderen ist aber prinzipiell meistens auch das Bauspardarlehen gefragt, welches sich als zinsgünstig und sehr gut kalkulierbar darstellt. In vielen Fällen wird dieses Bauspardarlehen später in eine Immobilienfinanzierung eingebunden, die oftmals aus mehreren Teilen besteht. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass das Bauspardarlehen fast immer den kleineren Teil der gesamten Baufinanzierung ausmacht. Nach wie vor ist es das Annuitätendarlehen der Banken, welches den größten Anteil an der gesamten Finanzierung hat. Es gibt zwar kein festgelegtes Verhältnis, aber meistens beträgt der Anteil des Immobilienkredites 50 Prozent und mehr, während das Bauspardarlehen zwischen 20 und 40 Prozent des gesamten Finanzierungsbedarfs ausmacht. Darüber hinaus kann natürlich das angesammelte Bausparguthaben als Eigenkapital genutzt werden, sodass der von vielen Banken geforderte Eigenkapitalanteil bereits durch das vorhandene Guthaben erfüllt werden kann.

Welche Eigenschaften hat das Bauspardarlehen?



Das Bauspardarlehen bringen die meisten Bausparer mit sehr günstigen Zinsen in Verbindung, die in aller Regel sogar niedriger als Kreditzinsen bei Hypothekendarlehen sind, die sich ohnehin derzeit auf einem sehr niedrigen Niveau befinden. Der wichtigste Vorteil des Bauspardarlehens gegenüber dem Bankdarlehen ist neben meistens etwas günstigeren Zinsen sicherlich die Tatsache, dass Laufzeit und Zinsfestschreibungsdauer identisch sind. Bereits bei Abschluss des Bausparvertrages steht fest, welchen Zinssatz der Kunde später einmal für das aufgenommene Bauspardarlehen zahlen muss. Es handelt sich also um einen Festzins und nicht um einen variablen Zinssatz, sodass es während der gesamten Rückzahlungsdauer kein Zinsänderungsrisiko gibt. Ebenfalls weiß der Bausparer direkt bei Vertragsabschluss darüber Bescheid, wie hoch die spätere Tilgung des Bausparkredites ausfallen wird. Ansonsten wird das Bauspardarlehen nach Zuteilungsreife des Vertrages auf gewöhnliche Art und Weise ausgezahlt, sodass der Kunde frei über das Geld verfügen kann. Allerdings ist zu beachten, dass das Darlehen ausschließlich für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden darf, denn sonst kann es dazu kommen, dass eventuell erhaltende Förderungen und Prämien zurückgezahlt werden müssen. Die Laufzeit des Bauspardarlehens ist natürlich ebenfalls festgelegt und ergibt sich aus der Darlehenssumme nebst der vereinbaren Tilgungshöhe.

Sondertilgungen und nachrangige Absicherung



Ein Bausparvertrag gilt insgesamt betrachtet als sehr flexibel, was nicht nur für die Ansparphase gilt, sondern ebenfalls auf die spätere Darlehensphase zutrifft. Zunächst einmal werden natürlich feste monatliche Kreditraten vereinbart, damit das zur Verfügung gestellte Bauspardarlehen kontinuierlich abbezahlt werden kann. Darüber hinaus ist es bei den meisten Bausparkassen für den Bausparer ebenfalls problemlos möglich, bei Bedarf Sondertilgungen leisten zu können. Allerdings sollten sich Bausparer hier stets im Detail erkundigen, ob Sondertilgungen zugelassen sind und ob diese vielleicht von der Höhe her begrenzt sind. Meistens ist es sogar erlaubt, das aufgenommene Bauspardarlehen komplett vorzeitig zu tilgen, wobei es nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist, dass die Bausparkasse in diesem Fall eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen wird. Ein weiteres Merkmal besteht beim Bauspardarlehen darin, dass es sich um einen Kredit handelt, der mit einer nachrangigen Grundschuld abgesichert wird. Die Bausparkasse verzichtet also im Prinzip auf eine erstrangige Sicherheit, denn diese muss in den meisten Fällen ohnehin der Bank zur Verfügung gestellt werden, die das Annuitätendarlehen vergibt. Während der gewöhnliche Baukredit also mit einer erstrangigen Grundschuld abgesichert wird, ist es beim Bauspardarlehen meistens nur die zweit- oder sogar drittrangige Grundschuld, die zur Kreditabsicherung dient.