Vorteile- Nachteile BSV



Bevor sich Verbraucher für einen Bausparvertrag entscheiden, sollte die Möglichkeit genutzt werden, bestehende Vor- und Nachteile zu vergleichen. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, zeigt der Bausparvertrag seine eigentliche Stärke immer dann, wenn er zunächst zwar als Sparvertrag genutzt, später dann aber auch das zur Verfügung stehende Bauspardarlehen in Anspruch genommen wird. Insgesamt betrachtet überwiegen beim Bausparvertrag sicherlich die Vorteile, aber es sind durchaus ebenso einige Nachteile zu nennen. Daher muss stets zwischen der Ansparphase und der späteren Darlehensphase differenziert werden, denn bekanntlich besteht jeder Bausparvertrag aus zwei Teilen. Allerdings muss das Bausparen immer als Kombination dieser zwei Phasen angesehen werden, denn meistens folgt auf die Zeit des Ansparens anschließend die Darlehensphase, nachdem der Bausparer sich entschieden hat, das zinsgünstige Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen.

Welche Vorteile beinhaltet Bausparen?



Betrachtet man zunächst einmal die Sparphase, so ist ein großer Vorteil des Bausparvertrages sicher, dass es sich um ein Produkt handelt, bei dem die Einzahlungen gegen Verluste geschützt sind. Der Bausparer kann sich definitiv darauf verlassen, dass sein Guthaben abgesichert ist und er später mindestens den Betrag zur Verfügung hat, den er zuvor durch seine Einzahlungen angesammelt hat. Ein weiterer großer Vorteil, der den Bausparvertrag im Bereich des Ansparens auszeichnet und gegenüber anderen Produkten, die ebenfalls zum regelmäßigen Sparen geeignet sind, hervorhebt, ist die große Flexibilität. Während beispielsweise bei der Kapitallebensversicherung ein fester monatlicher Beitrag vereinbart wird, der während der Laufzeit nicht verändert werden kann, stellt sich die Situation beim Bausparen deutlich flexibler dar. Der Bausparer hat nämlich die Möglichkeit, zwar eine feste monatliche Rate zu vereinbaren, er kann darüber hinaus aber ebenso jederzeit zusätzliche Einzahlungen vornehmen. Ferner ist es problemlos möglich, die vereinbarte Sparrate jederzeit zu reduzieren oder bei Bedarf zu erhöhen. Demzufolge fungiert der Bausparvertrag durchaus als mögliche Kombination zwischen regelmäßigem Sparen und einmaligen Einzahlungen, die während der Ansparphase vorgenommen werden können.

Der Bausparvertrag hat darüber hinaus den Vorteil, dass während der Ansparphase verschiedene Förderungen in Anspruch genommen werden können, wie zum Beispiel die Riester-Zulagen, die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage. Profitieren kann der Kunde allerdings nicht nur während der Ansparphase, sondern insbesondere während der Darlehensphase zeigt der Bausparvertrag seine Stärken. Der große Vorteil in diesem Bereich ist sicherlich das Bauspardarlehen, welches mit einem sehr niedrigen Zinssatz ausgestattet ist. Darüber hinaus entscheiden sich die meisten Verbraucher deshalb für einen Bausparvertrag, weil die Darlehenskonditionen nicht nur bei Vertragsabschluss feststehen, sondern für die gesamte Laufzeit des in Anspruch genommenen Bauspardarlehens gelten. Es gibt also später kein Zinsrisiko, denn die Laufzeit des Bauspardarlehens ist identisch mit der Dauer der Zinsfestschreibung. Dies hebt den Bausparvertrag definitiv von einem Annuitätendarlehen ab, bei dem die Laufzeit insgesamt fast immer größer als die Dauer der Zinsfestschreibung ist, sodass der Kunde am Ende ein Zinsänderungsrisiko hat.

Welche Nachteile beinhaltet Bausparen?



Auf der einen Seite gibt es viele Vorteile, durch die sich ein Bausparvertrag auszeichnen kann. Auf der anderen Seite sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass durchaus einige Nachteile existieren, die mit dem Bausparen verbunden sind. Ein wesentlicher Nachteil besteht sicherlich darin, dass die Guthabenzinsen während der Ansparphase nicht besonders hoch sind. Dies hängt natürlich unter anderem mit der hohen Sicherheit des Bausparvertrages zusammen, aber grundsätzlich schneidet die durchschnittliche Rendite im Vergleich zu anderen Finanzprodukten, wie zum Beispiel dem Fondssparplan oder der privaten Rentenversicherung, meistens schlechter ab. Darüber hinaus ist zu den möglichen staatlichen Förderungen zu sagen, dass diese bei Weitem nicht für alle Bausparer zur Verfügung stehen, da Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage an gewisse Einkommensgrenzen gebunden sind.

Ein weiterer Nachteil besteht beim Bausparvertrag darin, dass grundsätzlich zwar ein Bauspardarlehen zur Verfügung gestellt wird, dieses aber keinesfalls sofort nach Abschluss des Bausparvertrages in Anspruch genommen werden kann. Demzufolge eignet sich der Bausparvertrag nicht zur spontanen Finanzierung, da immer erst eine Ansparphase absolviert werden muss, die in der Regel mindestens 18 bis 24 Monate betragen muss. Ferner ist sicherlich die zu zahlende Abschlussgebühr als Nachteil zu nennen, die je nach Bausparkasse meistens zwischen 1,0 und 1,5 Prozent beträgt. Die Gebühr wird mit den monatlichen Einzahlungen verrechnet und kann demzufolge bei einer Bausparsumme von beispielsweise 100.000 Euro durchaus insgesamt 1.500 Euro betragen.