Die Vorfälligkeitsentschädigung beim Bausparen



Wer aktuell eine neue Immobilienfinanzierung durchführen möchte, der kann sich über sehr niedrige Zinsen freuen. Aber auch manche Kreditnehmer, die bereits seit einigen Jahren ein Hypothekendarlehen nutzen und sich noch in der Zinsbindungsfrist befinden, denken immer häufiger über eine vorzeitige Kündigung nach. In diesem Fall ist es allerdings fast immer so, dass eine Vorfälligkeitsentschädigung mit eingerechnet werden muss, die von der jeweiligen kreditgebenden Bank veranschlagt wird. Was zahlreiche Verbraucher allerdings nicht wissen ist, dass es auch im Zuge eines Bausparvertrages eine Vorfälligkeitsentschädigung geben kann.

Fristgerechte Kündigung während der Ansparphase



Der Bausparvertrag wird bekanntlich in zwei Phasen eingeteilt, nämlich zunächst in die Ansparphase und anschließend in die Darlehensphase. Wer das bereits angesparte Guthaben vor dem Erreichen der Zuteilungsreife des Bausparvertrages benötigt, der muss in aller Regel eine Kündigungsfrist von drei Monaten einhalten. Nach dieser Zeit wird dann die vorhandene Bausparsumme nebst Zinsen und eventuellen Prämien ausgezahlt, wobei keine Kosten anfallen. Anders sieht es hingegen aus, falls die Kündigungsfrist nicht eingehalten wird.

Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Kündigung des Bausparvertrages



Wird die zuvor erwähnte Kündigungsfrist von üblicherweise drei Monaten nicht eingehalten, so berechnen mittlerweile nicht wenige Bausparkassen eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung. Diese fällt allerdings nicht - wie beim Hypothekendarlehen üblich - für eine vorzeitige Tilgung des Darlehens an, sondern eben für die nicht eingehaltene Kündigungsfrist während der Ansparphase. In vielen Fällen beläuft sich diese Vorfälligkeitsentschädigung auf nicht unerhebliche ein Prozent der Bausparsumme, und zwar für jeden Monat, der zu früh gekündigt worden ist.

Beispielrechnung für eine Vorfälligkeitsentschädigung

Die Vorfälligkeitsentschädigung beim Bausparvertrag sollte keinesfalls unterschätzt werden, was sich anhand einer Beispielrechnung verdeutlichen lässt. Wer sich beispielsweise für eine Bausparsumme von insgesamt 80.000 Euro entschieden hat, der müsste bei einer Kündigung während der Ansparphase und auf Basis einer Vorfälligkeitsentschädigung von einem Prozent nicht weniger als 800 Euro für jeden Monat zahlen, der zu früh gekündigt wurde. Bei den erwähnten 3 Monaten Kündigungsfrist in dem Fall also maximal 2.400 Euro. Die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung ist also keineswegs unerheblich, denn mitunter können diese 800 Euro zum Beispiel einen Großteil der bis dato erzielten Zinserträge kompensieren.

Keine Vorfälligkeitsentschädigung während der Darlehensphase

Während es bei vielen Annuitätendarlehen so ist, dass eine vorzeitige Tilgung des Kredites während der Zinsbindungsfrist die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung zur Folge hat, ist dies beim Bausparvertrag nicht der Fall. Normalerweise kann der Bausparer das Bauspardarlehen nämlich während der Darlehensphase jederzeit vorzeitig ablösen oder eine Sondertilgung vornehmen, ohne dass dafür Kosten anfallen. Demzufolge betrifft die Vorfälligkeitsentschädigung beim Bausparvertrag tatsächlich ausschließlich die Ansparphase, während es diese "Strafgebühr" während der Darlehensphase nicht gibt