Wichtige Fragen zur BSV Kündigung



Kann ein Bausparvertrag jederzeit auch vorzeitig gekündigt werden?

Ein Bausparvertrag ist zwar ein Vertrag, der zwischen dem Bausparer und der Bausparkasse geschlossen wird, aber dennoch kann der Bausparvertrag jederzeit auch vorzeitig gekündigt werden. Unter Berücksichtigung einer gewissen Bearbeitungszeit ist die Bausparkasse dazu verpflichtet, dem Bausparer sein Guthaben auf Wunsch jederzeit auszuzahlen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und kann in der Ansparphase mit finanziellen Nachteilen verbunden sein. Eine Kündigung in der Darlehensphase ist in der Regel hingegen nicht mit Nachteilen verbunden. Grundsätzlich gibt es einige Punkte, die vor einer Kündigung beachtet werden sollten.

Wie ist die Kündigung des Bausparvertrages vorzunehmen?

Die Kündigung eines Bausparvertrages kann auf recht schnelle und einfache Weise vorgenommen werden. Im Prinzip reicht dazu ein Zweizeiler an die Bausparkasse aus, denn die Kündigung ist an keine gesetzlich vorgeschriebene Form gebunden. Allerdings sollte die Kündigung des Bausparvertrages stets schriftlich erfolgen. Auf der sicheren Seite ist der Bausparer dann, wenn er das Kündigungsschreiben entweder per Telefax vorab oder sofort als Einschreiben mit Rückschein versendet. Alternativ zum selbstverfassten Kündigungsschreiben bieten die meisten Bausparkassen auch Vordrucke an, die zum Beispiel über die Webseite der Bausparkasse heruntergeladen werden können. Aber auch auf „neutralen“ Internetseiten lassen sich Musterschreiben finden, wie ein Kündigungsschreiben aussehen könnte.

Welche Nachteile kann eine vorzeitige Kündigung haben?

Eine vorzeitige Kündigung des Bausparvertrages kann zu Nachteilen führen, was jedoch nicht zwangsläufig der Fall sein muss. In der Darlehensphase gibt es zum Beispiel in der Regel keine Nachteile, die mit der vorzeitigen Auflösung des Vertrages verbunden ist. Denn im Normalfall hat der Bausparer ohnehin ein kostenloses Recht zur Sondertilgung, sodass dieses Recht auch ohne Nachteil wahrgenommen werden kann. Anders kann es allerdings während der Ansparphase aussehen. Zunächst einmal verfällt natürlich durch die Kündigung der Anspruch auf ein späteres Bauspardarlehen. Zudem wird die Abschlussgebühr im Normalfall nicht erstattet, wie es zum Beispiel bei einer wohnwirtschaftlichen Verwendung oder nach Beginn der Darlehensphase der Fall sein könnte. Letztendlich kann es bei einer vorzeitigen Kündigung auch dazu kommen, dass staatliche Förderungen zurückgezahlt werden müssen, wie zum Beispiel die Wohnungsbauprämie und/oder die Arbeitnehmerzusparzulage.

Kann das vorzeitige Auflösen des Bausparvertrages auch Vorteile haben?

Das vorzeitige Auflösen des Bausparvertrages muss nicht nur mit Nachteilen verbunden sein, sondern kann im Einzelfall für den Bausparer auch Vorteile haben. Ein Vorteil, wegen dem die meisten Bausparer auch die vorzeitige Auflösung durchführen, ist die relativ schnelle Gutschrift des Bausparguthabens. Denn falls Kapitalbedarf vorhanden sein sollte, ist die Kündigung des Bausparvertrages ein schnelles und einfaches Mittel, um an das Guthaben zu gelangen. Zudem sind in der Regel keine Kapitalverluste zu befürchten, wie es zum Beispiel je nach Kündigungszeitpunkt bei Aktien, Fonds oder Lebensversicherungen der Fall sein kann. Ebenfalls vorteilhaft kann die Kündigung sein, falls der Bausparvertrag als reiner Sparvertrag genutzt wird und keine staatliche Förderung mit eingebunden wurde. In diesem Fall lassen sich häufig etwas rentablerer Möglichkeiten des regelmäßigen Sparens finden.

Gibt es eine Alternative zur Kündigung des Bausparvertrages?

Nicht immer muss die vorzeitige Kündigung des Bausparvertrages der einzig mögliche Weg sein. Oftmals stehen gleich zwei Alternativen zur Verfügung, nämlich das Bilden eines Teilbausparvertrages sowie der Verkauf des Bausparvertrages. Wer zum Beispiel das Bausparguthaben benötigt, aber grundsätzlich weiterhin in den Vertrag einzahlen möchte, der kann einen Teilbausparvertrag bilden lassen. Die Bausparsumme kann zum Beispiel reduziert werden, sodass das Guthaben ganz oder teilweise ausgezahlt werden kann. Anschließend läuft der Bausparvertrag dann „einfach“ weiter, wobei die Ansparphase natürlich quasi wieder bei Null beginnt. Auch der Verkauf des Bausparvertrages kann eine Option sein, jedoch muss die Bausparkasse hier immer erst zustimmen. Zulässig ist meistens die Abtretung an ein Familienmitglied, während der Verkauf an einen Finanzdienstleister häufiger nicht gestattet wird. Dennoch kann der Verkauf durchaus eine gute Option zur Kündigung sein, zumal die ausgezahlte Summe dann meistens etwas höher als das Bausparguthaben ist.

Wann lohnt eine Kündigung des Bauspardarlehens?

Bei der Kündigung eines Bausparvertrages muss auch bezüglich des Zeitpunktes der Kündigung differenziert werden. Soll der Vertrag bereits in der Ansparphase oder erst während der Darlehensphase gekündigt werden? Eine Kündigung während der Darlehensphase beinhaltet die Kündigung des Bauspardarlehens, und somit auch die vorzeitige Tilgung des Bauspardarlehens. Diese Sondertilgung kann im Grunde nur aus dem Grund sinnvoll sein, dass der Bausparer ein anderes Darlehen zur Immobilienfinanzierung findet, welches noch günstigere Konditionen aufweisen kann. In der aktuellen Niedrigzinsphase ist das durchaus öfter möglich, auch wenn das Bauspardarlehen meistens als besonders günstig gilt. Hat ein Bausparer den Vertrag zum Beispiel vor sechs Jahren zu einem Darlehenszins von 4,2 Prozent abgeschlossen, so kann dieser Zinssatz für damalige Verhältnisse durchaus günstig gewesen sein. Heute erhält man ein „normales“ Hypothekendarlehen jedoch mitunter schon zu einem Zins von drei Prozent, sodass die Kündigung des Bauspardarlehens in diesem Fall lohnen würde.